Der Einsatz von geschützten Fetten bei Frischmelkern – tiergerecht und wirtschaftlich?

Fette sind sehr energiereich. Es ist naheliegend damit die Energiedichte der Milchviehration zu verbessern. Rein rechnerisch funktioniert das hervorragend, doch werden dabei die Stoffwechselvorgänge oft außer Acht gelassen. Um die Langlebigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Tiere nicht zu gefährden, sollte man den alten Lehrsatz „Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate“ bedenken.

Ursachen eines Energiedefizits
Frischlaktierende Kühe geraten durch die geringere Futteraufnahmekapazität im Verhältnis zur Milchproduktion in ein Energiedefizit. (siehe Wie verhindere ich das Energieloch zu Laktationsbeginn?) Dies ist in Grenzen physiologisch. Doch verschärfen zusätzliche Faktoren diese Situation:
unzureichende Anpassung der Pansenflora an die Kuhration durch abrupte Futterumstellungen oder fehlende Transitphase
eine unangemessene Ration mit zu geringer Energiedichte, schlechte Grundfutterqualitäten, Nacherwärmung etc.
auch Rationen mit hohem Anteil leicht verdaulicher Kohlenhydrate und Strukturmangel können über eine Pansenacidose zu verringerter Futteraufnahme und zur Ketose führen
durch Verfettung in der Trockenstehzeit kommt es nach der Abkalbung zu einer überschießenden Fettmobilisation, die zu einer Ketose führt.
ranghöhere Tiere verdrängen die Jungkühe vom Futtertisch

Detailliertere Hintergrundinformationen zur Reaktion des Organismus der Kuh auf das Energiedefizit finden Sie in der linken Spalte.

Futterfett kontra Körperfett
In der Hochlaktation wird das Energiedefizit zusätzlich noch durch den hohen Glucosebedarf im Euter zur Milchbildung verstärkt.
Das bedeutet, dass ein großer Teil der zugeführten Kohlenhydrate dem Fettstoffwechsel gar nicht zur Verfügung steht. Das über das Futter zugeführte Fett konkurriert mit dem körpereigenen Fett um die verbleibenden Stoffwechselprodukte aus dem Kohlenhydratabbau, um in einer gemeinsamen Reaktion dem Organismus Energie aus dem Fett liefern zu können.
Es wird deutlich, dass Kohlenhydrate der limitierende Faktor sind und Fette in dieser Situation das Problem noch verschärfen können.

Fazit
Nur wenn genügend Kohlenhydrate zur Verfügung stehen, kann Fett als Energieträger sinnvoll genutzt werden.

Ist dies nicht der Fall, so verstärken Fette die Ketose sowie die Entstehung einer Fettleber und senken dadurch zusätzlich die Futteraufnahme. Hinweise auf eine Stoffwechselentgleisung sind geringe Milchmenge und niedrige Inhaltsstoffe.

Unsere Empfehlungen
Die Fütterung von Fetten in der Hochlaktation führt also zu einer zusätzlichen Stoffwechselbelastung mit kostenintensiven Folgen für Fruchtbarkeit und Gesundheit.
Tiergerechter und wirtschaftlicher ist es dem Energieloch vorzubeugen durch:
Konditionskontrolle und geeignetes Trockenstehmanagement
Vorbereitungsfütterung in der Transitphase
Optimale Grundfutterqualitäten
Leistungsgerechte, schmackhafte Rationen
Einsatz von Pansen-Pilot, der über eine Förderung der Pansenflora das Grundfutter besser aufschließt und so zusätzlich Propionat für die Energiegewinnung bereitstellt und zugleich hohe Gaben leicht verdaulicher Kohlenhydrate abpuffert.
Eine ausführliche Beratung erhalten Sie beim Josera-Beratungsservice.

Und Schuld hat immer die Fütterung

„Du bist, was du isst.“ Dieser Satz begleitet nicht nur den Menschen. Gerade bei der Milchproduktion ist diese Aussage essentiell. Die Kuh kann nur die Leistung nachhaltig ermelken, die sie auch über die Nährstoffe im Futter aufnimmt. Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe anderer Faktoren, die die Tiergesundheit sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können. Im Folgenden werden diese einmal beleuchtet.

Mangelhafter Kuhkomfort ist genau so oft Ursache für schlechte Besamungsindizes, wie Versorgungslücken über die Fütterung. Wesentliche Einflussfaktoren auf eine gute Brunst sind das Klima, die Haltung und das Management.

Gerade in der Winterzeit reduziert sich auf natürliche Weise die Strahlungsintensität der Sonne. Wenn dann in alten Ställen die Fenster und Lichtfirste nicht mehr ganz transparent sind, ist eine gestörte Brunst möglich. Deshalb ist es nur zu empfehlen in den Wintermonaten mit künstlicher Beleuchtung genügend Licht in den Stall und an die Kuh zu bringen. Dabei kann es bei nebliger Witterung auch bei Offenfrontställen nötig sein. Als Orientierung gilt eine Beleuchtungsstärke von 80 – 100 Lux acht Stunden pro Tag. Diese Helligkeit ist erreicht, wenn man ohne Mühe Zeitung lesen kann.

Im Bereich der Haltung ist es gerade in Anbindeställen möglich, dass Tiere ihre Brunst nicht deutlich zeigen. Gründe für unzureichendes Brunstgeschehen können bspw. glatte Laufgänge/Spalten in Boxenlaufställen, aber auch schlicht zu wenig Platz sein.

Fruchtbarkeit

Viel wesentlicher ist aber der Einfluss des Managements auf die Fruchtbarkeit im Betrieb.

Mangelnde Brunstbeobachtung ist das Hauptproblem gerade in den Zeiten, in denen andere Arbeiten „wichtiger“ sind. Es ist kein Wunder das bei Silage- oder Getreideernte viel öfter nachbesamt werden muss, als bei einem Schlecht-Wetter-Tag. Gute Brunstbeobachtung ist das A und O für eine gute Fruchtbarkeit. Wenn man selbst nicht genügend Kapazitäten frei hat, so sollte man unbedingt auf technische Hilfsmittel zurück greifen. Ein Brunstkalender ist dabei die einfachste Möglichkeit.

Stoffwechselstörungen

Natürlich hängen Stoffwechselstörungen mit Fehlern in der Fütterung zusammen. Deswegen ist die Rationskontrolle lebenswichtig. Dabei reicht es aber nicht, „nur“ die Ration zu berechnen. Im Prinzip gibt es nämlich vier verschiedene Futtermischungen, die regelmäßig kontrolliert werden müssen:

1. Rationsberechnung

2. Ration für den Futtermischwagen

3. Ration am Futtertisch

4. Ration, die von der Kuh letztendlich gefressen wird

Die Rationsberechnung ist die Ausgangsbasis.

Danach kommt die Ration, die in den Futtermischwagen gefüllt wird. Hier ist es wichtig, dass die Waage funktioniert, dass Behältnisse (Kraftfutterschaufel) ausgewogen werden und möglichst wenig nach Gefühl gefüttert wird.

Die dritte Kontrollstelle ist die Ration, die dann am Futtertisch liegt. Kommen alle Futterkomponenten so am Futtertisch an, wie ich es will? Wie ist die Misch- bzw. Verteilgenauigkeit? Wie schonend arbeitet der Mischwagen? Bei vermustem Futter geht z. B. die Strukturwirkung der Rohfaser verloren.

An letzter Stelle steht die Ration, die die Kuh frisst bzw. fressen kann. In alten Anbindeställen war es lange Usus nach der Stallzeit die Fressgitter zu verriegeln.

Kann die Kuh die Ration zu stark selektieren, frisst sie nur das was ihr schmeckt (z. B. die Kraftfutterkomponente).

Klauen- und Gelenkserkrankungen

Zeigen die Tiere Lahmheitserscheinungen handelt es sich dabei oftmals um rein mechanische Störungen. Die Milchkuh wird über die Jahre hinweg immer größer.

Passen die Stallabmessungen am Fressgitter in den Liegeboxen bzw. Ständen noch? Kuhkomfort bedeutet auch gut geplante Liege- und Bewegungsflächen.

Sind Spalten, Gänge oder Roste scharfkantig oder rutschig?

Anhand von diesen drei Beispielen sieht man, die breite Vernetzung vieler verschiedener Faktoren bspw. auf die Tiergesundheit. Es ist unbedingt notwendig neben der Fütterung auch immer Haltung und Stallklima im Auge zu haben.

Die regelmäßige Kontrolle der Melk- und Fütterungstechnik ist kein Luxus.

Lebendhefe vs. Tothefe Wo sind die Unterschiede?

Aktuell wird das Thema Hefen von vielen Futtermittelfirmen aktiv verfolgt. Einige werben mit Tothefen, oder auch inaktivierten Hefen genannt, andere sprechen von Lebendhefen. Doch worin unterscheiden sich die beiden Arten der Hefen eigentlich genau?

Tothefen

Tothefen bestehen aus inaktivierten Hefekulturen, wie z. B. Bierhefe. Die Zellen werden durch Erhitzung vollständig abgetötet. Wie der Name schon sagt, können Tothefen nicht aktiv zur Faserverdauung und Verbrauch von Milchsäure beitragen. Mit Tothefen wird in der Regel ein hochwertiges Eiweiß mit B-Vitaminen gefüttert.

Lebendhefen

Lebendhefen dagegen greifen aktiv in den Pansenstoffwechsel ein. Sie werden schonend getrocknet und behalten dadurch ihre Stoffwechselaktivität.
Eine wichtige Funktion ist der Verbrauch von Sauerstoff im Pansen.
Sauerstoff gelangt über die aufgenommenen Faserbestandteile und mit dem Abschlucken des Futters ständig in den Pansen. Die optimalen Lebensbedingungen für die Mikroorganismen im Pansen befinden sich jedoch im sauerstoffarmen Milieu.
Lebendhefen verbrauchen aktiv den Sauerstoff im Pansen und beeinflussen dadurch das Pansenmilieu für die dort lebenden Mikroorganismen positiv.
So können die Bakterien, die am Besten ohne Sauerstoff leben können, sich vermehren. Diese anaerob (also sauerstofffrei) lebenden Bakterien sind vor allem Bakterien, die die Rohfaser der Futtermittel aufschließen, oder solche, die die Milchsäure als Nahrungsmittel nutzen.
Zu große Mengen an Milchsäure sind im Pansen unerwünscht, da sie den pH-Wert senken und somit zu einer Pansenübersäuerung führen können. Durch die Lebendhefen werden die Bakterien gefördert, die die Milchsäure verbrauchen, so dass der pH-Wert im Pansen stabilisiert wird.
Große Mengen an Milchsäure entstehen dann, wenn ein hoher Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten, also Milchleistungsfutter gefüttert wird.

Der Nutzen von Lebendhefen

Heutzutage sind die Rationen der Kühe immer stärkereicher und strukturärmer. Ein hoher Anteil an Milchleistungsfutter ist notwendig, um die hohen Milchleistungen aus den Kühen rauszumelken. Leider wird dadurch das gesamte Pansenmilieu aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Wiederkautätigkeit ist herabgesetzt, der pH-Wert sinkt und die Futteraufnahme geht zurück.
Gerade hier kommen die Lebendhefen zum Einsatz. Durch die oben beschriebene Wirkweise sorgen sie dafür, dass der Pansen wieder besser arbeitet und es der Kuh als Ganzes besser geht.

Geht es dem Pansen gut, dann geht es der Kuh auch gut.

Unsere Empfehlung

Doch auch bei den angebotenen Hefeprodukten gibt es viele Unterschiede. So sind am Markt verschiedene Stämme mit jeweils unterschiedlich zugelassenen Mengen erhältlich. Jede Firma empfiehlt eine andere Einsatzmenge.

Gerade bei Hefen gilt das Motto – viel hilft viel.

Durch die hohe Dosierung der Hefezellen in unserem Produkt Pansen-Pilot ist eine positive Wirkung bei Einsatz der empfohlenen Menge in jedem Fall garantiert.
Zusätzlich sind in „Pansen-Pilot“ B-Vitamine enthalten, die den Stoffwechsel der Tiere ebenfalls noch positiv unterstützen.

Lebendhefen können sich im Pansen nicht vermehren, daher müssen sie täglich gefüttert werden, um das Milieu aufrecht zu erhalten.

Bei Fragen zu Lebendhefen oder unserem Produkt „Pansen-Pilot“ wenden sie sich einfach an unseren Beratungsservice.